Hallo,
doch dieses Problem lässt sich mit SAP-Bordmitteln lösen.
Hierzu müssen die verschiedenen Mengeneinheit in den Zusatzdaten des Materials gepflegt werden
1 L = 1 L
1 BTL = 10 L
1 PAK = 300 L
Um Mengen bereits bei der Bestellanforderung (BANF) automatisch auf die größtmöglichen logistischen Einheiten (z. B. Paletten, Karton, Btl, Pak) zu runden und ggf. aufzuteilen, nutzt SAP das dynamische Rundungsprofil in Kombination mit der Bestellmengenoptimierung:
Customizing: Dynamisches Rundungsprofil anlegen
Transaktion: OWD1 (oder über den IMG-Pfad Materialwirtschaft \ Einkauf \ Bestelldatenoptimierung \ Rundungsprofil)
Im Gegensatz zu statischen Rundungsprofilen (feste Stückzahlen) liest das dynamische Rundungsprofil die Verpackungshierarchie (Stück \ Beutel \ Karton \ Palette) direkt aus den Alternativmengeneinheiten des Materials aus.
• Logik hinterlegen: Erstellen Sie ein Profil, das ab bestimmten Schwellenwerten (z. B. ab 90 % Füllgrad) auf die nächsthöhere logistische Mengeneinheit aufrundet.
• Zusatz-Tipp (Mengeneinheitengruppe): Sie können in der Transaktion OME2 eine Mengeneinheitengruppe definieren (z. B. PAL, KT, BEU), damit SAP weiß, in welcher hierarchischen Reihenfolge die Einheiten zur Optimierung herangezogen werden sollen.
Einstellungen im Materialstamm (Sicht: Disposition 1 & Einkauf):
Damit die BANF-Erstellung das Profil zieht, pflegen Sie die Daten in der Transaktion MM02:
• Rundungsprofil zuordnen: Tragen Sie Ihr dynamisches Profil in der Sicht Disposition 1 im Feld Rundungsprofil ein.
• Variable Bestellmengeneinheit aktivieren: Setzen Sie in der Sicht Einkauf das Feld Var. Bestelleinheit (Variable Bestellmengeneinheit) auf 1 (Aktiv).
Dies erlaubt SAP, die Einheit flexibel von Stück auf Karton oder Palette zu wechseln.
Das "Splitten" auf Höchstmengen steuern:
Wenn Sie möchten, dass SAP tatsächlich separate BANF-Positionen oder getrennte BANFe je Höchstmenge (z. B. pro Palette) generiert, greift die Losgrößensteuerung:
• Maximale Losgröße nutzen (Disposition 1): Wenn eine Palette exakt 1.200 Stück fasst, tragen Sie im Feld Maximale Losgröße 1200 ein.
• Effekt: Übersteigt der Bedarf die maximale Losgröße (z. B. Bedarf von 2.500 Stück), splittet der MRP-Lauf den Bedarf automatisch in mehrere Beschaffungsvorschläge.
Wichtige Einschränkung im Standard-SAP:
Statische und dynamische Rundungsprofile verhalten sich je nach SAP-Release im Standard-MRP unterschiedlich. Wenn der Planungslauf (MD01N / MD02) das dynamische Profil ignoriert, liegt das meist daran, dass dynamische Rundungen im Standard meist erst bei der Umwandlung der BANF in eine Bestellung (ME21N) final berechnet werden!
Sollte die BANF im MRP-Lauf stur in Stück erzeugt werden, lässt sich eine harte Aufteilung direkt zur BANF-Erstellung am verlässlichsten über die Kombination aus dem fixen "Rundungswert" (z. B. Kartongröße) und der "Maximalen Losgröße" (Palettengröße) in der Disposition 1 erzwingen.
Das Rundungsprofil im Einkaufsinfosatz (Transaktion ME11 oder ME12) überschreibt die Einstellungen aus dem Materialstamm.
Es wird immer dann aktiv, wenn für die Kombination aus Lieferant und Material spezifische Verpackungs- oder Lieferbedingungen gelten.
Während das Profil im Materialstamm global für die interne Bedarfsplanung (MRP) gilt, steuert das Profil im Infosatz die echte, lieferantenspezifische Optimierung bei der operativen Beschaffung.
1. Wählen Sie die Sicht Einkaufsorg.daten 1.
2. Im Bereich Konditionen bzw. Lieferdaten finden Sie das Feld Rundungsprofil.
3. Wichtig für Ihr Vorhaben: Stellen Sie im selben Bild sicher, dass die Variable Bestelleinheit (Var. OUn) auf 1 (Aktiv) oder 2 (Aktiv mit eigener Einheit) steht. Nur dann darf SAP die Mengeneinheit (z.B. von Stück auf Palette) automatisch wechseln.
Man kann im Infosatz bei Aktiv mit eigener Einheit auch entsprechende andere Konditionen pro Verpackungseinheit nutzen (günstigere Preise bei Palettenabnahme Bsbw.).
Grüße, Holger