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paisa
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vor einen Monat
Hallo Leut's,

ich habe folgende Frage:

Wenn ich einen Materialbestand in einem anonymen Lager habe (MTS), dann kenne ich das so, dass am Jahresende neue Standardpreise ermittelt und im Materialstamm fortgeschrieben werden. Durch die Fortschreibung des neuen StandardPreises im Materialstamm erfolgt auch automatisch eine Umbewertung des mengenmässigen Bestandes, der zum Zeitpunkt der Fortschreibung gerade da ist.

Meine Frage:

Wie geht so etwas bei einem Kundeneinzelbestand?

Meiner bisherigen Information nach, wird der Preis, der für die Bewertung des Wareneingangs in das Fertigwarenlager genommen wird, durch eine Kalkulation zu einer Kundenauftragsposition ermittelt. Was ist, wenn am Jahresende jetzt noch Kundeneinzelbestand auf dem Lager liegt. Muss/Kann ich dann auch eine Art Neu-Kalkulation anstossen, und den Preis des Kundeneinzelbestandes für eine Inventur anpassen und umbewerten?

Wie würde so etwas bei einem unbewerteten Kundeneinzelbestand laufen? Es werden bisherige Kosten abgegrenzt und abgerechnet. Was wäre denn, wenn durch eine Neu-Berechnung der Tarife und GK-Zuschläge zum Jahresende jetzt eine andere Bewertung herauskäme, als die Kosten, die auf dem Fertigungsauftrag gebucht worden sind, um den Kundeneinzelbestand zu erzeugen?

Welche Transaktionen würde ich dafür nehmen?

Danke.

Gruss

Ulrich Fahrnschon
vor einen Monat
Hallo paisa,

was du (für den MTS-Bestand) beschreibst, liest sich für mich wie ein "Mix" aus Inventurkalkulation und neuer S-Preis-Kalkulation für das neue Jahr. Ist aber auch egal, weil nach meiner dunklen Erinnerung die Ergebnisse der Niederstwertermittlung aus der Inventurkalkulation auch als neue S-Preise herangezogen werden können.

Das war auch nicht deine Frage, denn du fragst ja nach einer möglichen Analogie für den Kundeneinzelbestand. Ich lasse mich jetzt primär über den bewerteten Kundeneinzelbestand aus. Mit dem unbewerteten stehe ich auf Kriegsfuß, nicht zuletzt, weil der mir zu unverständlich-intransparent ist. Da kann es meines Erachtens nur global-galaktische Abwertungen geben.

Beim (anders als mit dem S-Preis der entsprechenden anonymen Materialien) bewerteten Kundeneinzelbestand frage ich mich zunächst, warum du den überhaupt abwerten möchtest. An und für sich hat man ja mit dem Kunden, für den dieser Einzelbestand zum Inventurstichtag noch herumliegt, einen Preis und eine Abnahmeverpflichtung vereinbart. Da kommen dann Aspekte wie Marktpreis/Gängigkeit/Reichweite doch eher nicht zum Tragen.

Wenn doch eine solche Anforderung besteht (das hatte ich tatsächlich doch einmal bei einem Kunden), dann wird das, weil die MRNx-Transaktionen keine Einzelbestände beherrschen, auf eine Eigenentwicklung hinauslaufen. Oder aber auf eine Excel-basierte (pauschale) Lösung, mit der man dann die Einzelbestände per MR21 abwerten könnte.

Viele Grüße

Ulrich


Viele Grüße

Ulrich

paisa
  • paisa
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vor einen Monat
Hallo Ulrich,

Vielen Dank, für Deine Ausführung.

Bei uns ist es in der Tat so, dass der Fertigwarenbestand zum S-Preis bewertet wird. Alle Warenbewegungen laufen ebenfalls zu diesem S-Preis. Insofern ist dieser Preis ein handelsrechtlich ermittelter Herstellkosten Preis. Dieser wird einmal im Jahr angepasst durch einen Kalkulationslauf (CK40n, CK22, CK24). Zur Inventur wird mit genau diesem S-Preis bewertet. Der Grund ist jetzt also gar nicht einmal nur eine Abwertung aufgrund eines z.B Niederstwerttests, Reichweite oder Gängigkeit, sondern kann auch eine Veränderung des S-Preises sein aufgrund, z. B. einer geänderten Kalkulationslosgröße, oder Anpassung von Tarifen oder GK-Zuschlägen sein. Das Ganze ist Make to Stock, und "anonymes Lager".

In meiner Firma wird gerade diskutiert Kundeneinzelbestände einzuführen (Make to Order). Es wird auch diskutiert Variantenkonfiguration zu machen.

Mir ist aufgefallen, dass konfigurierte Materialien (Mat.-Art KMAT) in unserem System so gecustomized waren, dass sie unbewertet waren. Auch im Internet habe ich vielfach gefunden, dass KMAT-s unbewertet sein sollten (Warum eigentlich? nur um Buchungsbelege zu sparen? Gibt es sonst noch einen Vorteil?). Das hat mich dann zu der Frage geführt, wie man denn unbewerteten Warenbestand sichtbar machen kann, wenn man es für eine Bilanz dann bräuchte (ist beantwortet, Danke Ulrich!).

Jetzt habe ich dem Fachbereich die Kundeneinzelbestände vorstellen wollen, und da kam die Frage auf: "Wir machen doch zur Inventur eine Umbewertung unseres S-Preises, für unsere Materialien im anonymen Lager. Wie würde das denn funktionieren bei einem Kundeneinzelbestand?"

So bin ich/sind wir auf dieses Thema gekommen. Ich habe keine Ahnung, ob so eine Forderung betriebswirtschaftlich überhaupt sinnvoll oder gängig ist.

Ich lese also aus Deiner Antwort heraus, dass ich Kundeneinzelbestände nur per MR21 umbewerten könnte, und es keine Analogie zu einer CK40n und CK24 gäbe.

Danke, Ulrich

Gruss

Ulrich Fahrnschon
vor einen Monat
Guten Morgen paisa,

die Materialart KMAT ist meines Wissens aus der Historie unbewertet eingestellt, kann aber bei Bedarf auf bewertet umgestellt werden. Dazu gibt es einen Hinweis, in dem übrigens als Alternative zu KMAT, wenn man vom unbewerteten auf den bewerteten Kundenauftragsbestand umstellen möchte, zum Beispiel die Materialart FERT genannt wird (für die dann das Kennzeichen "Material ist konfigurierbar" gesetzt werden muss).

Und wo ich gerade bei der Konfiguration bin: Ein Kunde von mir, der sich Einzelfertiger nennt, arbeitet nicht mit der Konfiguration, sondern legt tatsächlich für jedes neu konstruierte Material ein solches als neuen Materialstamm an, auch wenn es sich vielleicht nur in einer Nuance von einem schon vorhandenen Material unterscheidet.

Das hat im Hinblick auf deine ursprüngliche Fragestellung den Effekt, dass jedes Material unabhängig von Sammelbedarf (MTS) oder Einzelbedarf (MTO) im "normalen" Kalkulationslauf kalkuliert und letztlich darüber auch umbewertet werden kann. In der Bedarfsklasse der MTO-Positionen im Kundenauftrag ist dann entsprechend die Bewertung mit der anonymen Materialkalkulation definiert, d. h. die systemimmanente Strategiefolge zur Bewertung von Kundeneinzelbestand kommt nicht zur Anwendung.


Viele Grüße

Ulrich

Alexie
vor einen Monat
Ja, das wirkt oft verwirrend, gerade wenn man aus der klassischen Denke kommt. In solchen Sonderfällen hängt eben alles stärker am Kontext als an allgemeinen Regeln. Lustigerweise hatte ich neulich einen ähnlichen Gedanken, als ich vor kurzem ein Design mit gravierten Buchstaben entdeckt habe ich bin dabei auf , einen Shop gestoßen, der Ketten mit Initialen anbietet  bei denen jede Bedeutung direkt an eine Person oder Geschichte gekoppelt

. Genau wie beim kundenspezifischen Bestand entsteht der Wert nicht aus einem pauschalen Standard, sondern aus der direkten Zuordnung. Wenn man das einmal verinnerlicht, wird vieles logischer.